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- Was bleiben soll, muss sich ändern -

Ende August fand in Laufach erstmalig eine gemeinsame Veranstaltung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Dekanate Aschaffenburg-Ost und -West statt.

Dekanatsräte und Vertreter aller Gemeinden und Verbände sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger waren eingeladen, miteinander das Seelsorgskonzept der Diözese Speyer kennen zu lernen. Pastoralreferent Marius Wingerter aus der Hauptabteilung Räte des Bistums Speyer stellte die wesentlichen Entwicklungsschritte des Prozesses vor und die Anwesenden hörten seinen authentischen und kompetenten Worten teils überrascht, teils kritisch zu.
Hilfreich war es in dem vom damaligen Generalvikar Dr. Franz Jung begleiteten Prozess, eine Entscheidung zu den Räumen zu treffen. Seien erst einmal die Gemeinden bekannt, die miteinander zusammen arbeiten werden, könnten auch pastorale Konzepte entwickelt werden – selbst dort, wo die Kooperation nicht die Folge einer „Liebesheirat“ gewesen sei.

Dass Neues nur dort wachsen könne, wo Gewohntes aufgegeben werde, ist gewiss keine (rein-)kirchliche Weisheit. Wie schwer das falle, erlebe man aber erst, wenn man sich im Team überlege, was jeder künftig weglassen könne, damit diese Freiräume tatsächlich entstehen; gemeinsam entwickelte Ziele brauche es, um Prioritäten entwickeln zu können. In den derzeitig geplanten (aber noch nicht entschiedenen) Räumen benannten die Teilnehmer ihre Sorgen und Hoffnungen und stellten fest, dass es bereits Bausteine gibt, auf denen weitergebaut werden könne: Offenheit, bereits begonnene Zusammenarbeit und die engagierten Menschen.

Standards waren das Thema am Nachmittag: Können sie die pastorale Arbeit erleichtern, ohne dass der Mensch aus dem Blick gerät oder „zur Nummer wird“? Helfen sie vielleicht sogar, Freiräume zu schaffen, um auf diejenigen zuzugehen, die in der klassischen Gottesdienstordnung keine Möglichkeit sehen, ihren Glauben zu leben? Dass in manchen Bereichen Standards hilfreich sind, wurde in den Kleingruppengesprächen deutlich – aber auch, dass sie die Freiheit und Kreativität aller nicht mehr als nötig einschränken sollten.
Was bleiben soll, muss sich ändern – auch die Teilnehmer der Podiumsdiskussion haben Erfahrungen mit Veränderungen gemacht: Dekan Uwe Nimbler (AB-West) leitet zwei Pfarreiengemeinschaften, Gemeindereferentin Karin Farrenkopf-Parraga leitet gemeinsam mit Diakon Gehringer und zwei Pfarrern die Gemeinde in Stockstadt,, Kirsten Reuß (Vorsitzende des PGR in Wiesen) und Martin Fleckenstein (Dekanatsratsvorsitzender aus AB-Ost) haben pfarrerlose Zeiten erlebt und unterschiedlich darauf reagiert: bestärkt das ehrenamtliche Tun weitergeführt bzw. eine Ausbildung als Leiter von Wortgottesdiensten absolviert.

Marius Wingerter benannte ehrliche Gespräche als wesentliche Hilfe, um Widerstände in der Umsetzung des neuen Konzeptes zu überwinden. Er gestand aber auch, dass es wohl an allen Orten und in allen Berufen dieser Welt Menschen gibt, die sich nur schwer auf Veränderungen einlassen können. Vorbereitet wurde das Pastoralforum vom Dekanatsteam, dem neben den beiden Dekanen Erich Sauer und Uwe Nimbler Pfarrer und Gemeindereferentin Angelika Kunkel als Koordinatorin der beiden Dekanate auch Pfarrer Andreas Reuter, Gabriele Flügel, Leiterin des Diözesanbüros, Pastoralreferent Michael Kornberger und Gemeindereferent Rony Bilz angehören.

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